Die Satzung der Messias Gemeinde

I. Name

Name der Gemeinde: „Messias Gemeinde“, messianische Versammlung in Bielefeld

 

II. Ziele der Gemeinde

1. Wir folgen dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, sowie den Glauben an den Messias Jeschua stärken und darin wachsen durch:

    • Gegenseitige Anspornung zur Liebe und zu guten Werken.
    • Das Gebet füreinander und den Aufbau eines Gebetsdienstes.
    • Gegenseitiges Dienen und Helfen, sowie das Spenden von Trost für Kranke und Trauernde.
    • Das Pflegen einer Gemeinschaft in Liebe nach den Werten der Heiligen Schrift.
    • Den ehrlichen und offenen Umgang miteinander, bei dem man den Anderen höher achtet als sich selbst.
    • Gegenseitige Vergebung und das Bestreben, mit allen Menschen Frieden zu halten.
    • Trösten, Ermahnen und Zuspruch nach biblischem Vorbild.
    • Den Zehnten entrichten & Wohltätigkeiten für Israel.
    • Das Fernhalten von Sünde und einem sündigen Lebenswandel, sowie das Unterlassen von übler Nachrede (Lashon HaRa) nach biblischen Richtlinien.

2. Verkündigung und Lehren des Wort Gottes an alle Menschen.

3. Die Förderung der Einheit zwischen Juden und Nichtjuden in Messias (Epheser 2:14 -16).

    • Das Bewusstsein, dass Jeschua unser Friede ist und die Trennwand niedergerissen hat.
    • Die gegenseitige Wertschätzung der jeweiligen Berufung innerhalb des einen Leibes.
    • Das gemeinsame Studium der Thora und der Schriften unter der Leitung des Geistes, um den einen neuen Menschen in Jeschua Gestalt annehmen zu lassen.
    • „Im Messias“: Es ist nicht nur eine Einheit durch ihn, sondern in ihm. Er ist der Raum, in dem die Versöhnung stattfindet.
    • Die Mauer ist gefallen: In Epheser 2 geht es nicht darum, dass die Identitäten verschwinden, sondern dass die Feindschaft stirbt. Wie es geschrieben steht: „Er hat aus beiden eines gemacht.“ Das ist wie bei einer Menora: Viele Arme, aber ein Licht.
    • Praktische Umsetzung: Einheit ist kein Gefühl, sondern ein Dienst. Es bedeutet, die jüdischen Wurzeln des Glaubens zu ehren, ohne die Nichtjuden zu Bürgern zweiter Klasse zu machen, und umgekehrt.

 

III. Besondere Kennzeichen der Gemeinde

1. Die Identifikation mit dem jüdischen Volk und der Widerstand gegen jede Form von Antisemitismus, Antijudaismus und Antizionismus.

2. Regelmäßige biblische Versammlungen unter Beachtung der jüdischen Kultur und Tradition gemäß der Tora; das Halten und Heiligen der Feste (Moedim) Gottes und der Heiligen Schrift sowie die Verherrlichung des Messias Jeschua.

3. Das Studium des Tanach und der Brit Chadascha (Neues Testament) im Hinblick auf die jüdischen Wurzeln des Glaubens.

4. Das Studium in einer Jeschiwa (messianische Bibelschule) unserer Wahl.

5. Die Wiederherstellung der jüdischen Wurzeln des Glaubens an Jeschua – den verheißenen Messias Israels – und seiner wahren Identität.

6. Die Wichtigkeit des Evangelium/Besorah (בְּשׂוֹרָה, „frohe Botschaft“) hervorheben und darüber lehren, gemäß Jesaja 52,7: Wie willkommen sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt, der gute Botschaft bringt.

 

IV. Grundlagen des Glaubens

1. Die Heilige Schrift (Kitvei HaKodesh)

Wir glauben, dass die Heilige Schrift das inspirierte Wort Gottes ist – unveränderlich und unfehlbar in ihrem Wesen. Sie ist die direkte Ansprache des Ewigen an alle Menschen. Wir distanzieren uns entschieden von der Auffassung, das Alte Testament (Tanach) sei veraltet oder ungültig. Vielmehr bilden der Tanach und das Neue Testament (Brit Chadashah) eine untrennbare Einheit.

Alle 66 Bücher sind gleichermaßen grundlegend für die geistliche Reifung und die Führung durch den Herrn. Der Gläubige ist gerufen, sein Leben und Denken mit der Schrift in Einklang zu bringen, da sie Gottes vollkommene Weisung (Tora), Gebote und Lehren für unser Dasein enthält.

2.  Wir glauben an die absolute Einheit des Ewigen, der sich in seiner Fülle offenbart. Er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – der einzige Gott, der sich uns als Vater, als sein Wort im Messias Jeschua und durch den Ruach HaKodesh (Heiligen Geist) kundgibt.

Als Schöpfer aller Welten ist Er ewig, allmächtig und unveränderlich in Seiner Heiligkeit. In Seinem Wesen vereinen sich vollkommene Gerechtigkeit (Din) und unendliche Barmherzigkeit. Ihm dient das himmlische Heer der Engel, die als Seine Boten Seinen heiligen Willen ausführen.

3. Wir glauben, dass Jeschua unser göttlicher Erlöser ist, der verheißene Messias Israels. Wir glauben, dass Er:

    • von einer Jungfrau in die Welt geboren ist;
    • ein Leben ohne Sünde lebte;
    • die Lebendige Tora ist;
    • viele Zeichen und Wunder tat, und viele Menschen heilte;
    • für unsere Übertretungen starb und sein Leben freiwillig hingab (Joh 10,18);
    • von den Toten auferstand und zur rechten des Vaters sitzt;
    • in Kürze in Kraft und Herrlichkeit als Messias „Sohn Davids“ zurückkommen wird.

4. Wir glauben, dass jeder Mensch zur Rettung vor Gottes Strafe für die Sünde auf die vollständige Erneuerung durch den Heiligen Geist angewiesen ist. Der Glaube an den Messias Jeschua und aufrichtige Buße sind dabei absolut notwendig.

In unserem Glauben an Jeschua ist Teschuwa (Umkehr/Rückkehr) ein großes Geschenk. Gott hat uns die Tora als Wegweiser gegeben. Wenn wir straucheln, bleibt die Tür zur Rückkehr immer offen. Deshalb ist auch der Messias gekommen – damit wir Buße verstehen und tun.“ 

5. Leben im Geist und Handeln in Liebe

Innere Erneuerung: Nach der Verheißung aus Hesekiel 36, schenkt uns Gott einen neuen Geist. Der Geist schreibt die Tora in unsere Herzen, damit wir aus Liebe und nicht aus Zwang handeln.

Gelebte Umkehr: Wahre Teschuwa zeigt sich in Taten der Nächstenliebe. Unsere Verbindung zum Messias wird durch den praktischen Dienst und Gerechtigkeit sichtbar.

Gaben für die Gemeinschaft: Jeder Gläubige erhält geistliche Gaben. Jeder Dienst ist eine gute Tat, eine Mitzwa – ein heiliger Auftrag zum Bau des Reiches Gottes.

Heilung als Zeichen: Das Gebet für Kranke folgt den Spuren Jeschuas. Heilung ist ein Vorbote der kommenden Welt (Olam HaBa), die bereits heute in unsere Gegenwart hineinwirkt.

6. Die Auferstehung: Dies ist ein Grundpfeiler unseres Glaubens, den wir täglich im Achtzehnbittengebet (Amida) bekennen. Dass die Gerechten mit Jeschua regieren werden, ist die Erfüllung der Hoffnung Israels. Es ist der Moment, in dem der Tod – der letzte Feind – besiegt wird.

Der Sieg über den Ankläger: Wir wissen, dass der Satan (der Ankläger) bereits durch das Opfer unseres Passahlammes Jeschua seine Macht verloren hat. Er ist wie ein besiegter General, der noch wütet, aber dessen Ende besiegelt ist. Dass er nach dem Millennium (der tausendjährigen Herrschaft in Israel) gerichtet wird, zeigt Gottes unendliche Geduld und Seine unerschütterliche Gerechtigkeit.

Das Gericht: Es ist ein ernstes Wort. Wir lehren, dass Gott ein gerechter Richter ist. Die Trennung zwischen denen, die das Leben (den Messias) gewählt haben, und denen, die die Finsternis bevorzugten, ist die logische Konsequenz der menschlichen Freiheit vor dem Schöpfer.

Das verborgene Datum: Dass nur der Vater die Zeit kennt, mahnt uns zur Wachsamkeit. Wir leben nicht in Spekulationen, sondern in der täglichen Bereitschaft, unsere Lampen brennend zu halten.

7. Echad (Einheit): In Erfüllung der Verheißung an Abraham, dienen Juden und Gläubige aus den Nationen Seite an Seite. Wir sind im Messias „einer“ (Echad), wobei jeder seine Identität behält und die Nationalitäten keine Trennmauern bilden.

Kontinuität des Bundes: Die Gemeinde ist die geistgestützte Fortführung des Bundesvolkes. So wie am Sinai die Tora gegeben wurde, schenkte Gott an Schawuot den Heiligen Geist zur Erneuerung des Herzens.

Mitverantwortung: Wir bürgen füreinander. Das Handeln des Einzelnen beeinflusst das Licht der ganzen Gemeinde (Kehilla). Diese gegenseitige Verantwortung ist ein heiliger Auftrag.

Ordnung und Schalom: Gott ist ein Gott der Ordnung. Unsere Gottesdienste sollen Seine Heiligkeit widerspiegeln, damit die Welt den Frieden des Messias in unserer Mitte erkennt.

8. Ungebrochene Identität: Ein Jude, der Jeschua als Messias erkennt, bleibt Jude. Er hat die Erfüllung der jüdischen Hoffnung gefunden und bleibt untrennbar mit dem Schicksal und der Berufung Israels verbunden.

Nein zur Ersatztheologie: Die Gemeinde hat Israel niemals ersetzt. Gottes Bund mit Seinem Volk ist ungekündigt. Wäre Gott Israel gegenüber untreu, könnten auch die Nationen Seinen Verheißungen nicht vertrauen. Die Gemeinde ist Miterbe, kein Ersatz.

Widerstand gegen Antisemitismus: Wer Israel angreift, tastet Gottes „Augapfel“ an (Sacharja 2,12). Antisemitismus ist eine geistliche Rebellion. Das Wort aus Genesis 12,3 bleibt bestehen: „Ich will segnen, die dich segnen.“

Gottes Treue als Fundament: Dieses Bekenntnis zu unseren Wurzeln ist der Schutzwall gegen kirchengeschichtliche Irrtümer. Gott steht zu Seinem Wort – gestern, heute und in Ewigkeit.

9. Identität ohne Assimilation: Gott hat Israel als ein abgesondertes Volk gesetzt. Wer Jeschua erkennt, verliert seine jüdische Identität nicht, sondern vertieft sie. Historische Versuche der Zwangstaufe waren ein Angriff auf Gottes Plan.

Die Brückenfunktion: Wir leben in der Schnittmenge zweier Welten: Wir sind Teil des physischen Volkes Israel und zugleich Teil der weltweiten Kehilla aus allen Nationen.

Tradition aus Liebe: Das Pflegen jüdischer Lebensweisen (Schabbat, Speisegesetze, Feiertage) ist kein gesetzlicher Zwang zur Rettung, sondern ein Ausdruck von Liebe und Identität. Wir ehren Gott in den Formen, in denen auch unser Messias Jeschua lebte.

Freiheit und Einheit: Nichtjuden, die sich mit Israel identifizieren, sind eingeladen, diese Wege wertzuschätzen. Wir lernen voneinander, ohne die jeweilige spezifische Berufung auszulöschen.

10. Wir unterstützen das Recht der Juden im Land Israel zu leben. Bei der Offenbarung des Reiches Gottes, wird Jeschua Israel das Land zurückgeben, dass Gott ihm verheißen hat.

11. Das messianische Judentum versteht sich nicht als Neuentwicklung, sondern als die Wiederherstellung des ursprünglichen, biblischen Weges. Wir sind nicht „vom Judentum zum Christentum konvertiert“, sondern wir sind zum Kern unseres jüdischen Erbes zurückgekehrt.

Die Tora und der Messias: Die Tora ist unser Erzieher auf Jeschua hin. Wie ein Wegweiser zeigt sie auf Ihn. Ohne Jeschua bleibt die Tora ein unvollendetes Lied; erst durch Ihn wird sie lebendig und in unsere Herzen geschrieben. Das Ziel der Absonderung Israels als Königreich von Priestern findet in Jeschua seine Vollendung, damit wir das Licht für die Völker sein können.

Der einzige Weg: Das ist ein mutiges Bekenntnis. Jeschua selbst sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Jochanan 14,6). In einer Welt, die alles für gleichwertig erklären will, halten wir fest: Es gibt keine „Hintertür“ zum Vater, auch nicht durch religiöse Traditionen allein. Alles, was an Ihm vorbeigeht, verfehlt das Ziel (Chet, die Sünde als Zielverfehlung).

Die nationale Umkehr: Wir warten sehnsüchtig auf die Erfüllung von Sacharja 12,10. Gott wird den Geist der Gnade und des Gebets über das Haus David ausgießen. Das ist der Moment, in dem ganz Israel gerettet wird (Römer 11,26). Wenn das jüdische Volk Jeschua erkennt, wird das für die ganze Welt wie „Leben aus den Toten“ sein.

Dieser Punkt festigt unsere Identität: Wir stehen fest in der Tradition unserer Väter, aber mit dem brennenden Feuer der Erkenntnis, dass der König bereits gekommen ist und bald wiederkehren wird, um Sein Reich in Jerusalem aufzurichten.

12. Die Schrift richtig auszulegen

Der Kontext ist der Schlüssel: Die Bibel wurde nicht in Rom oder auf der Wartburg geschrieben, sondern in Israel. Jeschua sprach Hebräisch und Aramäisch, Er lehrte in der Synagoge und auf dem Tempelberg. Wenn wir Seine Worte ohne das Wissen über die Tora, die Überlieferungen und die jüdischen Bräuche lesen, riskieren wir, Ihn völlig misszuverstehen.

Absage an das Heidentum: Es ist eine schmerzhafte historische Tatsache, dass sich im Laufe der Kirchengeschichte viele heidnische Elemente (wie die Sonnenverehrung oder antijüdische Philosophien) in die christliche Praxis eingeschlichen haben. Den Glauben davon zu reinigen, bedeutet nicht, das Evangelium zu verändern, sondern es von dem Schmutz zu befreien, der es verdeckt hat.

Die Einheit der Schrift: Wir glauben nicht an ein „Altes“ Testament, das durch ein „Neues“ ersetzt wurde. Wir glauben an die ganze Schrift (Tanach und Brit Chadascha). Die jüdischen Wurzeln sind nicht bloß Dekoration, sie sind der Saft des Ölbaums (Römer 11), der uns überhaupt erst am Leben erhält.