Zeugnis von Emanuel Mirenda
jüdisch - messianischer Rabbi der Jeschiva BeEmet in Italien
Hallo an alle Freunde! Mit Giuliano haben wir beschlossen, euch mein Zeugnis darüber zu erzählen, wie ich aus den Wegen der Welt herausgekommen und auf einen Pfad der Herrlichkeit mit Yeshua gelangt bin. Ich werde euch also mein Leben erzählen. Die Dynamiken meines Lebens in jenen Jahren auf Sardinien, Sardinien war also das Land, das mich dazu gebracht hat, Yeshua kennenzulernen. Halleluja!
Ich habe so viele wunderbare Menschen kennengelernt, besonders junge Leute, weil ich Offizier im Militär war… Ich habe es bis zum Leutnant gebracht und dann aufgehört. Jetzt erklären wir gleich viele Hintergründe. Halleluja! Aber ich habe eine wunderbare Erinnerung an Sardinien, Giuliano. Die Erinnerung ist daran gebunden, dass ich, wie gesagt, die Liebe Gottes kennengelernt habe […].
Mein Leben vor meiner Abreise nach Sardinien war ziemlich traumatisch. Ich war am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Nicht Depression, sondern ein Nervenzusammenbruch, bei dem du denkst, du seist der Gott der Welt. Du denkst, du kannst alles kontrollieren, du brauchst niemanden, bist selbstgenügsam, stehst über allem und alle stehen dir zur Verfügung, um deine Bedürfnisse zu befriedigen. Du fragst dich nicht einmal, ob die anderen überhaupt existieren oder wie es ihnen geht. Das sehe ich oft bei Menschen, die voll in der Welt leben. Und in dieser Fülle musste ich eines Tages anhalten, weil in mir etwas Unglaubliches begann: Ich musste mich mit einer geistlichen Realität auseinandersetzen, die größer war als ich. Ich weiß nicht, ob das hier ab 18 ist…
Gut, ich gehe nicht in zu extrem feine Details. Alles, was ich euch erzähle, ist meine persönliche Erfahrung aus erster Hand. Aber Gott kann aus dem Bösen das Gute heranziehen. Ich war überzeugt, Gott auf meiner Seite zu haben – ich dachte ja, ich sei Gott. Bevor ich nach Sardinien ging, war ich sogar überzeugt, Priester werden zu wollen und ins Seminar einzutreten! Ich hatte damals ein Mädchen in Sizilien… Falls sie dieses Zeugnis jemals hört: Ich bitte um Verzeihung! Ich sagte ihr damals, ich könne nicht mit ihr zusammen sein, weil ich ins Priesterseminar gehen müsse. Ich bin dann doch kein Priester geworden! Als ich nach Sardinien ging, begann ein Albtraum. Ein sehr schwieriger Abschnitt. Ich habe zwar die Liebe vieler Menschen erfahren, aber was ich durchgemacht habe, war schrecklich. Ich habe vorhin auf den alten Horrorfilm Der Exorzist angespielt. Was ich erlebt habe, lässt diesen Film harmlos wirken.
Verglichen mit dem, was ich erlebt habe, ist der Film „Der Exorzist“ soft. Ich empfehle niemandem, solche Filme zu schauen, es ist traumatisch. Aber was ich live erlebt habe, war real. Ich hatte leider mit Menschen zu tun, die von Dämonen, von unreinen Geistern besessen waren. Das ist plötzlich ausgebrochen. Diese Menschen waren sich ihrer Probleme bewusst. Unter ihnen war ein Mädchen, das regelmäßig zu einem Exorzisten ging. Sie kam jedes Mal weinend zu mir und sagte: „Es tut mir leid, dass sich das alles gegen dich manifestiert.“ Sie versuchte mich zu schützen. In dieser Zeit auf Sardinien begann ich Dinge zu sehen, die man nicht sehen sollte – man kann sie paranormal nennen. Sich verändernde Stimmen, Landschaftsveränderungen direkt vor den Augen, während man auf dem Bürgersteig geht…
Es ist, als ob sich die Szenerie verändert. Ich wurde eines Tages in so eine Szenerie katapultiert. Es klingt wie paranormale Phänomene, die die Leute meist nicht hören wollen. Aber an diesem Tag trat ich aus einem hell erleuchteten Ort in einen Raum ein, wo meine Füße wie in der Finsternis schwebten, umhüllt von Dunkelheit ohne jedes Licht. In diesem Moment schrie ich: „Gott, wenn es dich gibt, musst du mir jetzt helfen!“ Zum ersten Mal habe ich Gott gesucht. Von da an habe ich auf Sardinien zwei Jahre lang jede Nacht bei brennendem Licht geschlafen, im Haus eingeschlossen, Fenster und Türen verriegelt. Wenn du so etwas live siehst, schließt du dich ein!
Das war vor etwa 21 Jahren, ich war 20 oder 21 Jahre alt. Es war eine traumatische Zeit. Menschen in der Luft schweben zu sehen, Fenster, die sich von selbst schließen, Türen, die aufgehen, Lichter… Das kann sehr traumatisch sein. Aber wenn du erkennst, dass es jemanden gibt, der größer ist als dieses ganze System, wenn du Adonai kennenlernst, verändert sich alles. Das passiert aber erst, wenn du begreifst, dass du nicht Gott bist. Die Kontrolle des Feindes liegt über denjenigen, die denken, sie seien Gott. Vor 20 Jahren habe ich verstanden: Indem ich mich demütige und erniedrige, gebe ich Gott die Möglichkeit, mein Gott zu sein und mir zu helfen. Es gab ein Herabsteigen meinerseits. Ich habe mich gebeugt. Ich erinnere mich noch an mein Gebet bei meiner Bekehrung: Ich lag vier Stunden lang kniend vor meinem Bett, in Tränen aufgelöst, das ganze Kissen nass. Vier Stunden lang habe ich nur geweint, ich habe noch nie so viel geweint! Das ist meine Erinnerung an Cagliari. An jenem Nachmittag vor dem Bett – stellt euch einen Mann in Uniform vor, in Tarnkleidung und Stiefeln, der auf den Knien vor dem Bett all seine Tränen vergießt und den Herrn um Vergebung für all seine Sünden bittet! Durch all das Schreckliche hindurch bin ich dazu gekommen, Gott meine Sünden zu bekennen und einzusehen, dass ich ein Sünder war. Ohne diese Einsicht kann man heute nicht sagen, dass man geheiligt und für Gott abgesondert ist. Damals war die Neigung das Sündigen, heute ist die Neigung, Gott anzubeten! Deshalb nennen wir uns Heilige – Abgesonderte für die Sache Adonais.
Das war Simona, meine heutige Frau! Ihr müsst wissen: Als ich auf Sardinien war und diese schwere Zeit begann, haben mich alle verlassen – Familie, Verwandte, Freunde, Kollegen. Jeder distanzierte sich von mir, weil mein Verhalten zu merkwürdig war. Wenn ich irgendwohin ging und der Feind sich manifestierte, fing ich an wegzulaufen… Es war wie im Horrorfilm! Die Leute schauten mich an und fragten sich, was los sei. Um euch zu verdeutlichen, wie diese Zeit gipfelte: Ich befand mich im dritten Stock meines Dienstgebäudes auf Sardinien und war drauf und dran, mich umzubringen. Die Leute müssen verstehen, dass es keine Superhelden gibt. Das ist der ernste Teil dieses Zeugnisses. Ohne Gottes Hilfe wäre ich heute nicht am Leben, um euch das zu erzählen! Ich war kurz davor zu springen, als ich hinter mir die Hand eines Kollegen spürte. Er sagte zu mir: „Ich habe in meinem Zimmer gebetet, als eine Stimme mir sagte: ‚Geh und hol Emanuel!’“ Ich habe in der Kaserne nur noch geschrien, ich habe nichts mehr verstanden. Dieser Junge hat mich zurückgezogen. Mein Kopf war völlig vernebelt. Wenn du Dinge siehst, die nicht dem normalen Lebenslauf entsprechen, hältst du das nicht aus. Manchmal bin ich tagelang ohne Essen geflüchtet, weil der Feind auch mit falschen Prophezeiungen arbeitet. Personen riefen dich an und sagten: „Dir wird dies und das passieren“, und dann passierte es tatsächlich. Du fragst dich: In welchem Tunnel bin ich hier gelandet? Es war ein Horrorfilm. Ich danke Gott heute, dass er vor 2000 Jahren unserem Leben eine Hoffnung gegeben hat. Als ich verstand, wer er ist… Er hat mein Herz geöffnet. Er hat nicht zugelassen, dass mein Blut an jenem Abend auf die Erde vergossen wurde, als ich springen wollte. Er gab mir die Kraft aufzustehen, sein Angesicht zu suchen und ihn kennenzulernen. In all dem war die einzige Person, die an meiner Seite blieb, meine heutige Frau. Sie fing an, mit mir zu sprechen. Ich wusste gar nicht, dass sie Gott kannte! Im tragischsten Moment fragte sie mich: „Kann ich für dich beten?“ Ich sagte: „Alle haben mich verlassen, warum gehst du nicht auch? Ich bin so gemein, ich behandle alle schlecht unter dieser Last.“ Aber sie ging nicht weg. Sie fragte mich: „Weißt du, dass es Gott gibt?“ Sie war die erste Person, die auf eine ganz andere Weise mit mir über Gott sprach. Ich war ja mit Priestern aufgewachsen, war braver Messdiener gewesen…
Wir haben damals die Ränder der Oblaten gegessen, die beim Stanzen übrig blieben! Ich hatte die schwerste Aufgabe: Die Kerze ganz still vor allen zu halten… Wie dem auch sei, ich habe diese starke Erfahrung gemacht. Ich danke Gott auch für einen Kollegen, Max, eine fantastische Person. Er hat meine Bekehrung miterlebt und mich begleitet. Ich hatte nämlich derjenigen, die Tag und Nacht an meiner Seite war, ein Versprechen gegeben. Meine Frau hatte alle Informationen eingeholt, um mir aus der Ferne zu helfen. Dieser Kollege begleitete mich in eine evangelische Gemeinde auf Sardinien. Als ich dieevangelische Gemeinde betrat, wollte ich sofort wieder umkehren! Ich sagte: „Max, tut mir leid, hier bleibe ich nicht!“ Aber er erinnerte mich an mein Versprechen: „Du hast ein Versprechen gegeben, du bleibst hier!“ Ich setzte mich also ganz ruhig in die letzte Bank. Es war eine Gemeinde der Assemblee di Dio in Italien. Mein Geist beruhigte sich dort, wie bei König Saul. Ich spürte, wie ich zur Ruhe kam. Ich wusste, dort konnte mir nichts passieren, es war ein Zufluchtsort. Dieser Zufluchtsort wurde mit den Monaten mein Zuhause. Dort begann ich die Bibel zu öffnen. Ich hatte keine Bibelschule, aber dort verstand ich die Schwere der Götzendienerei. Von da an saß ich jeden Tag mit der geöffneten Bibel da. Ich habe die Bibel von der Offenbarung an rückwärts gelesen – ich weiß nicht, wie oft! Ich begann bei der Offenbarung und las mich bis zur Genesis durch, und dann wieder von vorn. Ich bin bei Kapitel 22 der Offenbarung gestartet und bei der Genesis angekommen. So habe ich mich Gott mit Gottesfurcht genähert. Ich habe verstanden, dass da jemand ist, der größer ist als das Böse.
Der Hunger und die Verzweiflung lassen dich die ganze Bibel in 7 bis 10 Tagen durchlesen! Du verschlingst sie förmlich. Wenn du sie studieren willst, ist das etwas anderes – allein für die Torah braucht man ein ganzes Jahr. Aber Gottes Wort hat mich da herausgezogen. Bedenkt aber, dass ich zwei Jahre lang nachts nie das Licht ausgeschaltet habe! Erst am Tag meiner Wassertaufe änderte sich das. Das Wort Gottes gab mir Sicherheit, ich schlief, während ich die Bibel umarmte. Alle Gewissheiten eines Mannes, der gelernt hatte zu schießen und aus fahrenden Lastwagen zu springen, waren zusammengebrochen. Mein Beruf war es ja, ein „Rambo“ zu sein, mich für Auslandseinsätze bereitzuhalten. Ich hatte jede Art von Waffenausbildung absolviert. Zu sehen, wie ein Mann, der sich eigentlich in jeder Lage verteidigen konnte, mit dem Rücken zur Wand steht… das war hart.
An meinem letzten Tag auf Sardinien ging ich zum Pastor und sagte: „Ich möchte mich im Wasser taufen lassen.“ Er sagte: „Nein.“ Dieses „Nein“ ließ mich in tiefes Nachdenken verfallen. Abgewiesen zu werden, nicht akzeptiert zu werden… Aber dieses „Nein“ hat mir genützt, um zu wachsen. Man darf nicht mit dem Finger auf die Pastoren zeigen, denn unser Leben wird von Gott geführt. Es war einfach noch nicht an der Zeit. Nach diesem „Nein“ passierte etwas Schweres. Ich verließ Sardinien, weil ich mich weigerte, kurze Zeit später zu einem Einsatz nach… Irak zu fahren. Das war mein Ausstieg aus dem Militär. Ich war Berufssoldat und sollte an einem Wettbewerb für die Festanstellung teilnehmen, aber ich weigerte mich. Ich stellte mich sogar gegen meine Familie – mein Vater ist Offizier im Militär, stellt euch diese Katastrophe zu Hause vor! Orden und Sterne flogen durch die Luft! Aber ich weigerte mich, weil ich Gott kennengelernt hatte. Das Militärumfeld ist kein Ort für jemanden, der Gott liebt. Viele Brüder dort haben eine Berufung als Evangelisten, sie sind Lichter in der Kaserne, aber es ist extrem schwer. Ich spürte tief in mir, dass ich nicht nach Nasiriyah ausrücken durfte, koste es, was es wolle! So fuhr ich nach Hause nach Sizilien. Kaum war ich zu Hause, riefen mich die Soldaten meines Zugs an: „Wir brechen bald auf!“ Ich sagte: „Ich rufe euch von zu Hause aus an, ich ruhe mich nach drei Jahren auf Sardinien endlich aus.“ Dann kam der Tag, an dem die Nachrichten im Fernsehen liefen: Das Attentat von Nasiriyah im November. Ich saß vor dem Fernseher. Ich weiß nicht, was es heißt, an Depressionen zu leiden – Gott hat mich berufen, Menschen von Depressionen zu befreien –, aber an diesem Tag blieb ich sieben Tage lang vor dem Fernseher, ohne mit jemandem zu sprechen. Ich sah die Gesichter meiner verstorbenen Kollegen, Männer, mit denen ich gelacht und Scherze gemacht hatte. Das Blutbad von Nasiriyah hat mich umgeworfen. Ich dachte mir: Ich hätte dort sein können! Einen Monat später erfuhr ich, dass der Junge, der meine Stelle eingenommen hatte, an jenem Tag an meiner Statt dort war. Da verfiel ich in monatelange Depressionen. Sogar mein Vater, der meinen Austritt nicht akzeptiert hatte, rief mich weinend an und sagte: „Emanuel, jetzt verstehe ich Gottes Plan.“ Da begriff ich, warum ich das Militär verlassen musste. Ein Leben war an meiner Stelle genommen worden. Ich erholte mich nicht so leicht, stand mit einem Bein im Glauben und mit einem Bein in der Welt. Bis nach einigen Monaten das Schwerste passierte. Ich begleitete meine damalige Verlobte und heutige Frau zur Universität nach Bari. Bei erster Nässe nahm ich eine Kurve. Ich bin Fahrlehrer fürRenn- und Schnellfahren – was für eine Ironie! In der Kurve schalte ich herunter und merke plötzlich, dass das Lenkrad und die Räder nicht mehr miteinander verbunden sind! Egal wie sehr ich das Lenkrad drehte, das Auto reagierte nicht. Vor mir lag in der Kurve ein Lkw, und das Auto steuerte wie von einem Magneten gezogen direkt darauf zu! Ich erinnere mich an mein laut geschrienes „Nein!“. Mein ganzes Leben zog vor meinem inneren Auge vorbei. Ich wollte nicht, dass es so endet! Ich dachte daran, dass ich mich noch gar nicht hatte taufen lassen und keinen Bund mit Gott geschlossen hatte. Neben mir schrie meine Frau: „Jesus!“. Von da an erinnere ich mich an nichts mehr, außer an eine Außerkörpererfahrung: Ich sah das Auto von oben aus der Luft! Ich sah den Rauch, das völlig zerquetschte Auto, den Lkw auf der anderen Seite. Ich sah den Unfall, der später in den Nachrichten gezeigt wurde – eine Massenkarambolage mit über 20 Beteiligten. Ich sah den Regen, den Rauch, die Krankenwagen… Ich erinnerte mich an mein Gespräch mit Gott: „Gib mir noch eine Chance! Ich verspreche dir, dass ich dir für immer dienen werde, ich werde Simone heiraten und vernünftig werden!“ Ich habe Gott an jenem Tag drei Versprechen gegeben:
Ihm mein ganzes Leben lang zu dienen und nicht mehr an mich selbst zu denken.
Mich unverzüglich im Wasser taufen zu lassen und der Sünde abzusagen.
Mich von ganzem Herzen dem Verständnis des Opfers Yeshuas zu widmen.
Ich hatte nämlich seit meiner Kindheit Angst davor gehabt, das Kreuz zu sehen und den Tod eines Mannes am Kreuz und das Blut zu verstehen. Ich wollte das nie an mich heranlassen. Wenn ich die Bibel las, übersprang ich diese Stellen immer. Aber an jenem Tag versprach ich es. Im nächsten Moment sah ich meine Seele wieder in meinen Körper eintreten! Ich sah mich näher kommen… Das Ganze dauerte etwa zehn Minuten. Ich trat wieder in den Körper ein, es war, als würde man ein Haus betreten: Die Augen kehrten in die Höhlen zurück, ich sah wie durch ein Fernglas. Vor mir schlug eine Frau auf meine Brust und schrie: „Emanuel! Emanuel!“, aber ich hörte sie ganz fern. Dann erinnerte ich mich an meinen ersten Atemzug – es war etwas Wundervolles! Es war der Hauch, der Ruach! Das Schönste, was ich je erlebt habe: das Atmen! Ich fand eine Fünfzig-Cent-Wasserflasche, die durch den Aufprall in der Mitte gefaltet war. Ich nahm dieses Wasser, stieg aus dem Auto aus, schüttete mir das Wasser über und trank es. Ich sagte: „Herr, ich verspreche es dir, ich werde dir für immer dienen!“ Das Auto hatte keine Scheiben mehr, aber ich hatte mich nicht im Spiegel gesehen: Überall auf meinem Gesicht und meinen Armen waren Glassplitter. Ich war voller Blut, aber ich merkte es nicht einmal. Mein Gesicht war geschwollen und verzerrt. Ich stieg in den Krankenwagen, und die Sanitäter fragten: „Wo sind die zwei Personen, die gestorben sind?“ Sie dachten, ich sei ein Passant! Ich sagte: „Ich bin aus diesem Auto ausgestiegen!“ Sie sagten: „Unmöglich, dass Sie da ausgestiegen sind!“ Die ganze Zeit rief ich: „Ehre sei dir, Herr! Ehre sei dir!“ Die Ärzte im Krankenhaus dachten, ich hätte den Verstand verloren und würde delirieren. Sie wollten mir Beruhigungsmittel spritzen, während ich nur „Ehre sei Gott!“ rief. Und um zu verstehen, dass Gottes Hand im Spiel war: Simona, meine Frau, kam ohne einen einzigen Kratzer heraus! Kein Tropfen Blut, das ganze Glas fiel nur auf mich. Das bedeutet es, von Gott beschützt zu werden! Eine Person, die zum Sterben bestimmt war, erkennt heute an, dass Yeshua für sie gestorben ist.
In jenem Augenblick, war es etwas Gewaltiges. In dieses Auto ist nie wieder jemand eingestiegen, es ließ sich nie wieder öffnen. Die Gutachter und die Polizei fragten meinen Schwiegervater: „Ist wirklich jemand aus diesem Auto ausgestiegen?“ Er sagte: „Ja, meine Tochter und mein Schwiegersohn!“ Sie antworteten: „Unmöglich! Versuchen Sie es selbst, die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Es ist unmöglich, aus dieser zerquetschten Kabine zu entkommen!“ Ich bin der Zeuge dafür, dass ich dieses Auto geöffnet habe und ausgestiegen bin! Im Krankenhaus fragte der Polizeichef: „Wo sind die Leichen der beiden Jugendlichen?“ Als er mich sah, sagte er: „Unmöglich! Es ist unmöglich, dass Sie noch leben!“ Aber ich lag auf dem Bett und dankte Gott. Heute kann ich dieses Zeugnis erzählen und bezeugen, dass Yeshua an meiner Statt gestorben ist!Nehmen wir es mit Freude, denn der Herr ist Freude! Man muss sich nicht schämen, die Freude des Herrn zu zeigen. Wenn wir heiter sind, ist es genau der Geist, der diese Freude in uns bewirkt. Die Freude am Herrn ist meine Stärke! Es gibt eine Zeit für alles, wie in Prediger 3 steht. Kann ich noch 30 Sekunden nutzen, Giuliano? Eine Einladung für morgen Abend um 19 Uhr: Da findet das Seder zu Rosch ha-Schana statt, der Tisch für den Eintritt ins neue Jahr, im Live-Stream auf Facebook und YouTube. Am Samstag halte ich eine Lehrstunde über das weltweite Ereignis der 100 Schofar-Klänge um 20:30 Uhr. Es würde mich freuen, wenn viele diese Botschaft für das neue Jahr hören.
Shalom, Shalom an alle! Entschuldigung, ich war gerade abgelenkt, ich habe das Video auf Facebook geteilt und war fleißig dabei.
Der Unfall war 2004. Im Jahr 2004, im Abstand von etwa einem Monat, erlebte ich diese Nahtod- bzw. außerkörperliche Erfahrung. Nach dem Muster von Christi Tod und Auferstehung kehrte ich nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten wieder ins Leben zurück. Nach diesem Zeitraum erwachte ich wieder im Auto, aber ich habe den gesamten Übergang von oben gesehen – von außerhalb des Autos, bis ich wieder im Körper war. Das ist das, was mir jeden Tag vor Augen führt und mir die Gewissheit gibt, dass es ein spirituelles Leben und ein physisch-materielles Leben gibt. Dessen bin ich mir gewiss.
Danach kam das Erwachen, die Rückkehr ins Leben, das Atmen und die Entscheidung, Teil eines Bundes zu werden, den ich mit Gott geschlossen habe: ihm zu dienen, sofort diejenige zu heiraten, die damals meine Verlobte war (meine heutige Frau Simona), und mich dann mit einem sehr sensiblen Thema auseinanderzusetzen – nämlich dem Tod Jesu. Ich habe letztes Mal erklärt, dass ich früher absolut nichts darüber wissen wollte, was es bedeutete, am Kreuz zu leiden. Ich wollte das Thema nicht anrühren oder mir bewusst machen, wer an meiner Stelle den Preis bezahlt hat. Wenn man in der Sünde lebt, stört einen das. In all den Jahren habe ich mich noch in der Sünde herumgetrieben.
Fakt ist, dass danach sofort die Einweisung ins Krankenhaus folgte. In der Notaufnahme hatten sie mich bereits für tot erklärt, die Behörden hatten es aufgeschrieben. Doch die Ärzte und das medizinische Personal sahen, dass wir noch am Leben waren – Simona und ich. Danach begann die Erfahrung. Sie fing sofort gut an, denn damals kannte ich nicht viele Gemeinden; eine Referenzgemeinde für mich war die der Assemblee di Dio in Italien in Palermo. Ich erinnere mich noch mit Freude an Pastor Rodolfo Arata aus Palermo, den ich anrief und sagte: „Ich muss mich sofort taufen lassen, es ist ein Gebot Gottes, ich spüre, dass ich es tun muss.“ Er antwortete: „Das mache ich als Ausnahme. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gemacht, aber Gott hat zu mir gesprochen.“ Er bezeugte vor der Gemeinde, dass Gott zu ihm gesprochen hatte, dass er mich dringend taufen müsse – ohne den üblichen Taufkurs, der in manchen Gemeinden etwa sechs Monate dauert. Er sagte zu mir: „Du bist der Erste, für den ich so etwas tue.“ Die Erfahrung war so stark, Gott besuchte mich und sprach zu mir.
Wir kommen zur Taufe. An diesem Tag geschah ein großes Wunder, denn mit mir ließ sich auch meine Schwester Agata taufen, die heute zusammen mit ihrem Mann Alessio an meiner Seite in dem Dienst steht, den der Herr mir anvertraut hat. An jenem Tag sagte ich: „Tauft sie auch!“ Es war ein wundervoller Moment für mich, an den ich mich mit großer Freude erinnere, auch für all die anderen Menschen, die sich im Taufwasser untertauchen ließen. Doch dann geschah etwas Merkwürdiges in meinem Leben: Von diesem Tag an konnte ich meinen Mund nicht mehr zügeln.
Ich war damals ein Mensch dieser Welt, geprägt von den Denkmustern der Welt, mit all ihrer Perversion der Gedanken, all ihren Ängsten und Schwierigkeiten. Es war eine schwierige Situation, doch ich fühlte mich plötzlich frei – ich kann es gar nicht erklären – frei zu sprechen. Das Problem war nur: Wenn ich redete, verletzte ich die Menschen, ohne es zu merken. Ich hielt mir die Hände vor den Mund, doch sobald ich sie wegnahm, begann ich, die Wahrheit zu sagen! Und die Wahrheit ist unbequem. Ich sagte die Wahrheit übermich selbst: „Ich habe dies getan, ich habe das getan…“ Und innerlich dachte ich: Was sage ich da? Sag das nicht! Ich sagte: „Ich war ein Lügner.“ Ein bisschen wie Fantozzi in schwierigen Situationen! Ich konnte mich einfach nicht stoppen.
Wenn ich vor Menschen stand, denen ich in der Vergangenheit wegetan hatte, geriet ich in diese Situation zu sagen: „Ich habe einen Fehler gemacht, ich habe dir das angetan, aber nicht nur das, sondern auch noch jenes!“ Bis tief ins Detail. Manchmal wollten die Leute kaum noch atmen und dachten: Hältst du nicht langsam den Mund? Ich bring dich um! Und ich fragte mich: Was tue ich da nur? Was passiert mit mir? Das ging viele Monate so weiter, bis ich die gesamte Wahrheit gesagt hatte. Das Schlimmste waren all die Missetaten, die vor allem Simona über mein Leben erfahren musste – sie lernte dadurch eine ganz andere Person kennen.
Ich wollte das eigentlich gar nicht, mir war nicht bewusst, was ich da tat oder sagte. Aber ich fühlte mich dadurch leichter! Je mehr ich erzählte, desto leichter fühlte ich mich. All die Dinge wogen weniger. Je mehr ich erzählte und alles bis ins kleinste Detail offenbarte, desto mehr befreite es mich. Ich habe eine Sache verstanden: Während ich redete, fing ich an zu leiden und zu weinen, und dann begann ich Mitgefühl mit den anderen zu haben. Denn sie mussten sich anhören, wer ich wirklich war, und ich verstand, dass sie litten, weil ich nicht der war, für den sie mich gehalten hatten. Manchmal malt man sich im Leben als Superheld ab, doch man verbirgt nur eine Menge Müll in sich. Ich erzählte also wirklich, wer ich war, wie ich lebte, was ich tat, was ich dachte – jedes einzelne Detail kam über meine Lippen. Wie oft habe ich mir auf die Zunge gebissen und gesagt: „Herr, es reicht! Diese Person weint, diese Person leidet, bitte hör auf!“ Ich habe Gott angefleht, mir den Mund zu schließen, doch je mehr ich die Hände davor hielt und mir auf die Zunge biss, desto mehr redete ich.
Ich habe viel gebetet, und der Herr gab mir zu verstehen, dass ich befreit werden musste. Je mehr ich mich mit der Zeit davon löste – heute kann ich es erklären –, desto mehr Befreiung geschah. Es waren gewaltige Jahre! Gott offenbarte sich nach der Taufe ganz plötzlich. Ich sprach mit Menschen, und auch sie fingen an, sich zu öffnen und befreit zu werden.
Danach begann ich unglaubliche Dinge zu erleben, eines nach dem anderen. Zum Beispiel Heilungen in meinem eigenen Leben. Ich muss von seiner Größe erzählen und zeugen! Ich wurde mit einer Brille geboren, als zweijähriges Kind schielte ich stark. Ich trug diese dicken, geschlossenen Brillen. Fast alle meine Fotos bis zu meinem 30. oder 32. Lebensjahr zeigen mich mit Brille. Nachts nahm ich sie ab, doch sobald ich nachts aufstand, um zum Kühlschrank oder ins Bad zu gehen – sofort die Brille auf! Ich konnte sonst nichts sehen, mir fehlten extrem viele Dioptrien. Ich konnte ohne Brille nicht lesen, mein Auge schmerzte heftig. Ohne Brille wurde ich sehr nervös, ich habe rumgeschrien, es war ein Irrenhaus!
Glaub mir, die Brille und ich waren eins. Ein Arzt sagte damals zu meiner Mutter: „Gnädige Frau, machen Sie das Kreuzzeichen! Ihr Sohn muss dieses Kreuz sein ganzes Leben lang tragen. Ändern Sie jedes Jahr das Gestell nach der Mode, aber Ihr Sohn ist mit der Brille geboren und wird sie sein Leben lang tragen müssen.“
Nach meiner Bekehrung kam mir dieses „Kreuz, das ich tragen sollte“ wieder in den Sinn. Ich war ein Junge mit vielen Problemen: Nebenhöhlenentzündungen, Halsbeschwerden, Allergien, Unverträglichkeiten – was hatte ich nicht alles! Viele Menschen erleben das vielleicht und merken es gar nicht, aber bei mir summierten sich alle Probleme.
Als ich dann von Sizilien nach Apulien ziehen wollte (Simona ist Apulierin), sagte mein Arzt zu mir: „Wo willst du hin? Du bist allergisch gegen Oliven! Du kannst dich dieser Region nicht einmal nähern! Apulien ist für dich Sperrgebiet!“ Trotzdem reiste ich mit allen Vorsichtsmaßnahmen und Medikamenten. Ich binviel in Italien und Europa herumgereist, immer allein, aber immer mit einem Koffer voller Medikamente. Mein ständiger Begleiter hieß Vivin C.
Ich hatte immer diese Gedanken im Kopf. Bei Magenproblemen: Vivin C. Bei Fieber: Tachipirin. Bei Herzklopfen: das andere Medikament. Es gab ein ganzes Arsenal an Medikamenten, mit denen ich unterwegs war. Das ist mein Leben von der Taufe an gewesen. Wegen der Allergie-Medikamente hatte ich geschwollene Augen. Hier in Apulien habe ich wirklich Qualen gelitten! Wenn ich ankam, verbrachte ich Wochen damit, Unmengen an Medikamenten, Augentropfen und Sprays zu nehmen. Es war schrecklich zu leben, weil mein Hals juckte, die Nase zuging, die Augen anschwollen und tränten und meine Hände anschwollen.
Eines Tages gab es in der Gemeinde eine Predigt über den Glauben. Ich fuhr zurück zum Haus meiner Schwiegermutter, holte meinen Medikamentenkoffer, nahm alles und warf sämtliche Medikamente in den Müll! Ich sagte: „Herr Jesus, du bist meine Heilung! Ich tue das, weil ich dir vertraue, und ich weigere mich, in dieser Abhängigkeit zu leben.“
Das Vertrauen, das ich hatte, war enorm stark. Mir wurde klar, dass ich ein Sklave der Medikamente war. Aber auf meinem Glaubensweg erkannte ich: Ich bin durch ein Wunder am Leben! Ich bin ins Leben zurückgekehrt! Wenn Yeshua mich wieder in meinen Körper eingesetzt und mir das Leben geschenkt hat – wer mir jetzt zuhört, muss meine Überlegung verstehen –, ist er dann nicht auch mächtig genug, mir all diese Medikamente abzunehmen? Als ich diese Gewissheit erlangte, hörte ich eine Predigt und dachte: Spiele ich hier nur ein Spiel? Verschwende ich meine Zeit? Was tue ich da? Ich habe alles weggeworfen und nie wieder ein Medikament genommen! Nie wieder.
Stellt euch meine Wirbelsäule vor: Während einer Arbeit in Neapel blieb ich plötzlich gebückt stehen. Manche nennen es Hexenschuss, aber es war kein Hexenschuss – alle Wirbel waren aus der Position geraten! Ich war so gekrümmt, dass ich kein Auto mehr fahren oder Gas geben konnte vor Schmerzen. Über einen Monat lang lag ich nur im Bett. Die Spätfolgen des Unfalls kamen nach all den Jahren zurück. Ich unterzog mich vielen Untersuchungen in Krankenhäusern. Der Befund im Lendenwirbelbereich war so schlecht, dass man mich nicht einmal operieren konnte. Ich wollte mich operieren lassen, um wieder ein normales Leben zu haben, aber alle Ärzte sagten mir: „Nein, wir können absolut nicht operieren.“ Wegen dieses Problems verlor ich meinen Job, weil ich weder gehen noch stehen konnte.
Über einen Monat lag ich im Bett, bis ich lernte, mit diesem Problem zu leben. Es gibt diese schrecklichenKorsetts – ich brauche euch nicht zu beschreiben, was es bedeutet, in Krankheit zu leben. Vielleicht versteht mich jemand, der zusieht: all die Vorsichtsmaßnahmen, die Gehstützen, der Rollstuhl… Es war nicht leicht. Ich konnte nur sehr kurze Zeit stehen. Ich trug dichte, starre Elastikstrumpfhosen und ein Korsett. Das Schlafen nachts war extrem schwierig.
Aber Ehre sei Gott! Ein Diener Gottes – ich weiß nicht, ob du Carlos Anacondia kennst – führte eine evangelistische Kampagne hier in Apulien durch. An jenem Abend tat ich alles, um dabei zu sein. Und dort geschah das große Wunder! Es waren schon Jahre vergangen. Anacondia machte eine Ansage und sagte: „Du, der du einen oder mehrere Bandscheibenvorfälle hast: Nimm deine eigene Hand im Glauben und lege sie auf diese Stelle!“ Diese Worte berührten mich tief. Ich sagte: „Herr, ich danke dir, dass du auch heute wirkst!“
Ich legte sofort meine Hand auf die Stelle, und er sagte: „Bücke dich sofort! Bücke dich auf einmal!“ Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte ich mich nicht gebückt, weil ich wusste, dass ich dann blockiert bleibe und die Schmerzen unerträglich werden. Man konnte mir früher nicht einmal die Schuhe zubinden! Doch als ich mich auf einmal bückte, ging mein Kopf bis zu den Knien hinunter! Ich konnte es selbst kaum glauben! Ich stand auf und bückte mich immer wieder. Er sagte: „Mach weiter so, glaube daran, denn Gott hat gewirkt!“Es war rappelvoll dort, aber ich spürte, dass Gott in diesem Moment genau zu mir sprach. Wenn er rief: „Kommt nach vorne, die ihr Heilung empfangen habt!“, war ich der Einzige, der in dieser spezifischen Lage geheilt worden war! Er war selbst erstaunt, ließ sich den medizinischen Befund beschreiben und ließ mich auf der Bühne alles Mögliche machen: hin und her laufen, mich bücken, rennen! Er war überglücklich, und ich war überglücklich, weil Gott mir Leben schenkte!
Aber jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil: am nächsten Morgen. Am nächsten Morgen stand ich glücklich auf, streckte mich, bückte mich, um mir die Schuhe zuzubinden – und plötzlich blieb ich da feststecken! Blockiert mit dem Rücken! Ich konnte nicht mehr aufstehen!
Was ich jetzt sage, ist sehr wichtig. Ich bin mir all der Dinge bewusst, die ich euch erzähle, denn das ist mein Dienst. Solche Angriffe Satans sehe ich jeden Tag. Er erinnert dich daran, dass du rückfällig werden kannst. Er sagt dir: „Es stimmt nicht, dass du geheilt wurdest!“ Genauso wie er Yeshua angriff: „Wenn du der Sohn Gottes bist…“, sagt er zu dir: „Wenn du geheilt bist, dann steh auf!“ In diesem Moment fangen die meisten Gläubigen an zu klagen: „Herr, warum passiert mir das? Du hast mich nicht geheilt!“
Das habe ich in diesem Moment erlebt. Doch ich hatte diese Erfahrung schon mit der Brille gemacht und wusste Bescheid. Ich sagte: „Herr, du bist derjenige, der mir das Leben gegeben hat! Du bist gnädig, du bist barmherzig, du bist langsam zum Zorn und groß an Güte! Du bist reich an Segnungen!“ Man muss sich an all seine Attribute erinnern – die dreizehn Attribute Gottes! Niemals vor der Macht Gottes klagen! In diesem Moment schrie ich: „Satan, ich gebiete dir Einhalt im Namen Yeshuas! Ich nehme meine Heilung in Anspruch und werde diese Heilung der ganzen Welt bezeugen!“ Sobald ich diese Worte ausgesprochen hatte, richtete ich mich auf und ging los – es war absolut nichts mehr da!
Wir haben E-Mails, schriftliche Zeugnisse und Briefe an alle geschickt. Ich ging auf die Kanzeln der Gemeinden und begann, von der Heilung zu zeugen. Wenn Gott dir etwas schenkt, musst du es durch dein Zeugnis versiegeln!
Es war ein Prozess. Nach der Taufe erlebte ich das Untertauchen im Feuer des Heiligen Geistes. Das ist nicht nur das einfache Sprechen in Sprachen, sondern etwas, das dich völlig überwältigt: Die Zunge wird von Gott gesteuert, der Körper wird von Gott gesteuert! Träume, Visionen, Prophetien! Und ich begann, das Wort Gottes in die Praxis umzusetzen. Dabei habe ich anfangs viele Fehler gemacht, weil ich nach meinem eigenen Kopf und meinen eigenen Interpretationen handelte – oft geprägt von einer evangelikal-pfingstlerischen Methodik, die keinen Bezug zum Judentum hatte.
Aber eine Sache verstand ich in Bezug auf das Judentum: den Zehnten. Früher gab ich Gott alles, aber nicht geordnet als Zehnten. Ich nahm mein Gehalt und gab oft das Vier- oder Fünffache des Zehnten. Für mich hatte Gott oberste Priorität. Es war für mich ganz natürlich zu geben, aber ich wurde ermahnt, weil ich verstehen musste, dass in den Dingen Gottes Ordnung herrscht – dass es Zehnten, Opfergaben und Erstlingsfrüchte gibt. Man erklärte mir das auf eine etwas gezwungene Art, sodass ich verwirrt und verärgert war. Ich sagte: „Gott, ich gebe doch alles, warum werde ich von deinen Dienern ermahnt?“
Ich preise den Tag, an dem ich eine Lehre von Martin Kadi hörte! Es ist so wichtig, sich Lehren anzuhören und zu studieren. Martin Kadi war fantastisch, er hat mir die Dinge so klar erklärt, wie es mir noch nie ein Rabbiner erklärt hatte. Ich schätze ihn sehr für seine außergewöhnliche Arbeit, Menschen zum Vertrauen auf Gott zu führen. Er wird übrigens nächsten Donnerstag wieder bei uns sein.
Seine Erklärung war der Anfang für mich, die gesamte Torah in die Praxis umzusetzen – wohlwissend um die Segnungen, die daraus entstehen. Man kann ein Leben als Gläubiger führen, ohne Segnungen zuempfangen, und ständig in Schmerz, Angst, Depression und Krankheit leben. Aber man kann die Torahpraktizieren und all die Segnungen ergreifen! Die Flüche hat Yeshua vor zweitausend Jahren am Kreuz getragen, aber die Segnungen hat er gelassen, damit du im Überfluss und Wohlstand lebst!
Ich lernte den Unterschied: Der Zehnte ist eine Sache, Erstlingsfrüchte sind eine andere Sache (wie an Schawuot), und freie Spenden an Brüder oder Gottesmänner sind wieder etwas anderes. Gott lehrte mich: Der Zehnte gehört Gott! Ein Jude wächst von klein auf mit diesem Wissen auf. Der Zehnte gehört von vornherein Gott, er gehört nicht dir! Von allem, was ins Haus kommt, gehört der zehnte Teil Gott – egal ob es Geld ist oder zehn Eier, die dir die Nachbarin schenkt. Gott gibt uns die Gesundheit, arbeiten zu gehen und für unsere Familien zu sorgen.
Aber dann kommen wir zum schweren Teil: Was bedeutet es, Gott zu dienen und plötzlich keine Heilungen und Befreiungen mehr zu sehen? Ich habe angefangen, ihm zu dienen, und sah, wie Menschen geheilt und befreit wurden. Ich verstand, was es bedeutet, den Nächsten zu befreien, da ich dämonische Manifestationen gesehen hatte.
Ich erzähle dir eine Geschichte: Ich war einmal in der Gemeinde und hatte unglaubliche Magen- und Bauchschmerzen. Ich war krümmend vor Schmerzen, ging aber trotzdem in die Gemeinde, weil wir treu in unserem Dienst sein müssen. Ein kleiner Junge kam auf mich zu – ein Junge, der besessen war. Er legte seine Hand genau auf die Stelle an meinem Bauch, wo der Schmerz war, sah mir ins Gesicht, grinste mit all seinen Zähnen, kniff die Augen zusammen und sagte: „Tut dir weh, nicht wahr?“ Ich sah ihn an und sagte: „Satan, weiche von mir!“ Das zeigt euch, dass sich neben dem Heiligen Geist auch die unreinen Geister bewegen. Es war ein geistlicher Krieg. Ich lernte, dass man jeden Tag beständig beten und Fürbitte leisten muss. Wenn man nicht täglich für den Nächsten eintritt, statt nur an sich selbst zu denken, kann man anderen nichts geben.
Und dann kam eines Tages der schreckliche Teil. Nachdem der Herr von Angesicht zu Angesicht mit mir gesprochen hatte (wie die Torah über Mose sagt) und es nichts gab, was ich nicht wusste – ich stand vor Menschen und sagte etwa zu einer Frau: „Weißt du, dass ich mich freue, dass Gott dir ein Kind geschenkt hat?“ Sie lief rot an und fragte: „Woher weißt du das? Ich habe heute Morgen den Test gemacht, mein Mann weiß es noch gar nicht!“ Gott brachte mich manchmal in verlegene Situationen! Oder ich sagte zu einem Mann: „Hast du deiner Frau gesagt, dass du sie betrügst? Geh und sag es ihr sofort!“ Oder zu einem Jugendlichen: „Nimm dein geheimes Handy, mit dem du Kontakt zur Geliebten hältst, und wirf es weg!“ Gott sprach ständig durch mich.
Doch dann kam ein Tag, an dem Gott zu mir sagte: „Von heute an werde ich nicht mehr so mit dir sprechen wie bisher.“ Ich fragte: „Warum, Herr? Was habe ich falsch gemacht?“ Er sagte: „Von heute an werde ich nicht mehr zu dir sprechen. Du wirst Jahre in der Stille verbringen. Du wirst nichts mehr im Voraus wissen, denn du musst lernen, aus Glauben zu leben.“
Von diesem Tag an sprach Gott nicht mehr zu mir. Acht Jahre lang! Ich erinnere mich an jeden einzelnen Tag dieser acht Jahre. Ich war allein, ohne Gläubige in der Gemeinde, völlig isoliert. Ich hatte ein angemietetes Gebäude aufrechtzuerhalten, obwohl gar kein Geld da war. Trotzdem tat Gott Wunder über Wunder, sodass das Geld für das Gebäude ausreichte, und ich saß jeden Tag dort. Es war ein Tränental für mich, weil ich die Stimme Gottes nicht mehr hörte! Er gab mir nicht einmal mehr ein Wort, eine Züchtigung oder eine Ermahnung. Wie sehr liebe ich es, wenn Gott mich korrigiert – aber da war absolut nichts! Acht Jahre hintereinander. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens.
Als mir der Herr eines Tages sagte: „In einem Jahr wirst du diesen Ort schließen und anfangen, völlig für mich zu leben“, war das das Wunder meines Lebens – einfach, weil ich seine Stimme wieder hörte! Ich hatte sie acht Jahre lang so sehr vermisst! Nach einem Jahr schloss ich den Ort, und im Hintergrund bereitete der Herr ein neues Volk vor: die heutige messianisch-jüdische Gemeinde in Andria.In diesen acht Jahren des Schweigens brachte er mich dazu, das Wort Gottes allein zu studieren, Geheimnisse zu entdecken und zu lernen. Gott sprach zwar nicht direkt zu mir, aber ich lebte acht Jahre lang im Vertrauen darauf, dass derselbe Gott, der mich gerettet, befreit und geheilt hatte, auch in der Dunkelheit bei mir war.
Ja, ich habe es mit der Zeit verstanden. Ich musste im Vertrauen wachsen. Früher lebte ich extrem von prophetischen Eingebungen, doch Gott nahm mir das für eine Zeit weg, damit ich lernte, rein aus Glauben zu wandeln – auch im Tal des Todesschattens. Es waren die schwersten acht Jahre meines Lebens, ich habe nur geweint und mich wie in einer Falle gefühlt. Aber die Stille dient der Meditation. Stille bedeutet, den Willen Gottes zu akzeptieren, so wie Aaron schweigend den Tod seiner zwei Söhne annahm. Manchmal beruft uns Gott zu Dingen, die wir erst viel später verstehen.
Später gab er mir all die Gaben wieder zurück. Heute bewegen sich die Gaben des Geistes wieder in meinem Leben. Gott hat mich durch diese Wüste geführt, um mich zu lehren, was es heißt, vollzeitlich von ihm abzuhängen. Als seine Stimme zurückkehrte, war es, als öffnete sich der Himmel wieder!
Ich möchte mein Zeugnis mit einer wichtigen Erfahrung abschließen. Manche könnten sagen: „Emanuel, du hattest eine Nahtoderfahrung, du hast Wunder gesehen, du bist stark.“ Aber ich musste lernen, immer fest mit ihm verbunden zu bleiben.
Vor Kurzem geschah Folgendes: In Süditalien gibt es den Volksglauben, dass sterbende Menschen kurz vor ihrem letzten Atemzug verstorbene Verwandte sehen (Großeltern, Eltern usw.). Eines Tages war ich zu Hause und hatte plötzlich eine Erstickungsattacke. Ich weiß medizinisch bis heute nicht, was es war – mein Körper blockierte völlig und ich konnte nicht mehr atmen.
Ich fing an zu beten und Gott anzurufen: „Du bist derjenige, der mir das Leben wiedergegeben hat! Du willst nicht mein Leiden!“ Doch während ich um Luft rang, passierte etwas, das ich noch nie gesehen hatte: Ich sah meinen verstorbenen Großvater und meine verstorbene Großmutter vor mir! Sie sagten zu mir: „Komm mit uns! Komm mit uns!“
Ich schrie innerlich nach Simona und bat Pastor Gaetano zu mir. Ich sagte ihnen: „Ihr müsst lernen, für das Leben einzustehen und Befreiung zu sprechen!“ Während ich da lag und kaum atmen konnte, sah ich diese Erscheinungen und sagte zu diesen Geistern: „Ihr täuscht mich nicht! Meine Großeltern sind an einem Ort der Ruhe. Ich gebiete euch Einhalt im Namen Yeshuas! Mein Gott ist Leben, er hat mir das Leben gegeben und will nicht meinen Tod!“ Ich schärfte den anderen ein: „Proklamiert das Leben! Sag es laut!“
Nach einer Stunde intensivsten Gebets und des Ringens um Luft löste sich die Blockade schlagartig auf! Es war vorbei. Gott zeigte mir dadurch: Es gibt keinen Vertrag, der dir garantiert, dass deine Gesundheit oder dein Leben für immer von selbst bleiben. Alles, was wir haben – unsere Gesundheit, unsere Arbeit, unsere Familie –, schenkt uns Gott jeden Tag aus Liebe. Wir dürfen nichts als selbstverständlich ansehen. Lebe jeden Tag so, als könnte es dein letzter sein, und gib alle Liebe, die du geben kannst! Wir müssen Zeugen seiner Liebe sein.
